Sonntag, 1. Mai 2016

Generation Y – Die Reise-Torschlusspanik (Teil 1)

Ich habe so eben diesen Begriff erfunden. Ich bin selbst ein Mensch der in das Raster der Generation Y fällt. Doch ich fühle mich nicht so. Mir fällt in meinem Freundeskreis und auch sonst auf, dass ein Großteil der Generation Y unter einer Art „Reise-Torschlusspanik“ leidet. Anstatt mit einer Prise Vernunft zu leben, sich eine kleine Existenzgrundlage aufzubauen, wird das Geld so oft und so gut es geht für Reisen ausgegeben. Auch als Student möchten viele die Welt bereisen. Sicherlich sind das keine 5 Sterne All inclusive Urlaube ala Reisebüro um die Ecke. Es wird beim Sparpreis von Urlaubspiraten oder anderen Portalen zugeschlagen. Hauptsache man erlebt etwas, yolo eben. Aber was macht es schon für einen großen Unterschied wenn ich mit Mitte 20 oder Mitte 40 oder sogar mit 60 die Welt bereise. Keinen. In unseren Medien und mit dem Party, Student, Hipster Lifestyle wird der Generation Y suggeriert, dass das Reisen auf dem Pflichtzettel steht. Man könnte ja etwas verpassen.

Zwei Freunde von mir haben eine große Weltkarte, in der sie jedes Land frei rubbeln können in dem sie waren. Ein fettes Rubbellos für das Ego. Ein anderer ist beruflich sehr viel weltweit unterwegs und hat bzw. kann viele Geschichten von vielen Ländern erzählen, oder nein, halt, er prahlt subtil damit. Ganz der Schulhofsmentalität, wenn einer cooler ist als die anderen, springt der Rest auf den Zug der Trendwelle mit auf.

Mit mir so nicht, ich war schon immer alternativ, vor allem in der Schule. Ein gewollter Außenseiter der nie mit dem Strom mitschwimmen wollte, auch nicht gegen den Strom geschwommen ist, sondern seinen eigenen Strom produziert hat.

Ich finde es interessant, dass die meisten denken weit reisen zu müssen um etwas zu erleben oder Sehenswürdigkeiten zu sehen. Dabei gibt es das schon oft „vor der Haustür“ insbesondere in Deutschland. Vor 120 Jahren konnten es sich nicht viele Menschen leisten zu reisen, stattdessen hat man sich bemüht es sich dort schön zu machen wo man ist. Wenn das nicht so gewesen wäre, gäbe es heute kein solch ein großes Kulturgut.

Rücksichtslos reisen, auf Arbeit pfeifen, das Geld nicht anbrennen lassen. Hauptsache weg und scheinbar etwas erleben. Nicht weit davon entfernt, die Reisesucht.


Klopek

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen