Ich habe so eben diesen Begriff erfunden. Ich bin selbst ein
Mensch der in das Raster der Generation Y fällt. Doch ich fühle mich nicht so.
Mir fällt in meinem Freundeskreis und auch sonst auf, dass ein Großteil der
Generation Y unter einer Art „Reise-Torschlusspanik“ leidet. Anstatt mit einer
Prise Vernunft zu leben, sich eine kleine Existenzgrundlage aufzubauen, wird
das Geld so oft und so gut es geht für Reisen ausgegeben. Auch als Student
möchten viele die Welt bereisen. Sicherlich sind das keine 5 Sterne All
inclusive Urlaube ala Reisebüro um die Ecke. Es wird beim Sparpreis von
Urlaubspiraten oder anderen Portalen zugeschlagen. Hauptsache man erlebt etwas,
yolo eben. Aber was macht es schon für einen großen Unterschied wenn ich mit
Mitte 20 oder Mitte 40 oder sogar mit 60 die Welt bereise. Keinen. In unseren
Medien und mit dem Party, Student, Hipster Lifestyle wird der Generation Y
suggeriert, dass das Reisen auf dem Pflichtzettel steht. Man könnte ja etwas
verpassen.
Zwei Freunde von mir haben eine große Weltkarte, in der sie
jedes Land frei rubbeln können in dem sie waren. Ein fettes Rubbellos für das
Ego. Ein anderer ist beruflich sehr viel weltweit unterwegs und hat bzw. kann
viele Geschichten von vielen Ländern erzählen, oder nein, halt, er prahlt
subtil damit. Ganz der Schulhofsmentalität, wenn einer cooler ist als die
anderen, springt der Rest auf den Zug der Trendwelle mit auf.
Mit mir so nicht, ich war schon immer alternativ, vor allem
in der Schule. Ein gewollter Außenseiter der nie mit dem Strom mitschwimmen
wollte, auch nicht gegen den Strom geschwommen ist, sondern seinen eigenen
Strom produziert hat.
Ich finde es interessant, dass die meisten denken weit
reisen zu müssen um etwas zu erleben oder Sehenswürdigkeiten zu sehen. Dabei
gibt es das schon oft „vor der Haustür“ insbesondere in Deutschland. Vor 120
Jahren konnten es sich nicht viele Menschen leisten zu reisen, stattdessen hat
man sich bemüht es sich dort schön zu machen wo man ist. Wenn das nicht so
gewesen wäre, gäbe es heute kein solch ein großes Kulturgut.
Rücksichtslos reisen, auf Arbeit pfeifen, das Geld nicht
anbrennen lassen. Hauptsache weg und scheinbar etwas erleben. Nicht weit davon
entfernt, die Reisesucht.
Klopek